Aufbereitung
Der letzte Schliff
Naturqualität ist unübertroffen und nachhaltig – sie ist weder auf Energieversorgung noch auf Hilfsstoffe angewiesen, und sie ist wartungsfrei: Rund 92 % unseres Trinkwassers gewinnen wir aus natürlich geschütztem Grundwasser, und schon zwei Drittel davon können unmittelbar in die Haushalte fließen. Der Rest wird zunächst noch aufbereitet, um die strengen Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung zu erfüllen.
Meist werden bestimmte natürliche Inhaltsstoffe entfernt, wie Eisen, Mangan oder freie Kohlensäure, die für uns selbst zwar unschädlich sind, aber rein versorgungstechnisch auf Dauer Probleme bereiten würden, z. B. Ablagerungen oder Korrosion in Anlagen und Leitungen. Das an sich schon naturreine "Rohwasser" wird so im Wasserwerk zum "Reinwasser" das ins Netz abgegeben wird.
In manchen Gegenden ist die natürliche Schutzdecke über dem Grundwasser nicht wirksam genug, um in jeder Situation Verunreinigungen fernzuhalten. Hier kann es z. B. nach heftigen Regenfällen zu Eintrübungen durch Feinmaterial oder gar zu Verkeimungen kommen; der natürliche Schutz und seine Absicherung durch Wasserschutzgebiete müssen hier noch mit technischem Aufwand ergänzt werden.
Stets aufbereitet werden muss Trinkwasser, das direkt aus oberirdischen Gewässern stammt oder indirekt aus deren Uferfiltrat. Das Wasser wird mittels UV-Licht oder Chlorung desinfiziert, nachdem durch Filtrationsverfahren die Trübstoffe entfernt wurden.
Im Haushalt kommt also trinkfertiges Wasser an, bestens überwacht und in raschem, ständig kühlem Fluss sozusagen quellfrisch - anders als käufliches Flaschenwasser, das vergleichsweise lange Transporte und Lagerzeiten bei wechselnden Temperaturen hinter sich hat und dazu noch ein Vielfaches kostet.
Der hohe Wert des heimischen Leitungswassers ist vielen Bürgern offenbar gar nicht bewusst. Manche misstrauen sogar seiner Qualität und geben viel Geld aus, um es im Haushalt mit diversen Filtern und Apparaten zu verbessern - doch oft damit gerade das Gegenteil erreichen.
Verfahren der Trinkwasseraufbereitung
Unter Trinkwasseraufbereitung versteht man die Behandlung des Rohwassers mit physikalischen, chemischen und biologischen Verfahren. Dabei ist es nicht Zweck der Trinkwasseraufbereitung, die Wasserabnehmer mit bestimmten Medikamenten (z.B. Fluor) zu versorgen oder das Wasser so zu verändern, daß es für bestimmte technische Anwendungen geeigneter wird (z.B. weitgehenste Enthärtung). Um den Anforderungen der Trinkwasserverordnung zu entsprechen, werden
- Entsäuerung,
- Enteisenung/Entmanganung,
- Entkeimung und
- sonstige Verfahren
eingesetzt.
Für die Konzeption und Auslegung einer Aufbereitungsanlage sind umfangreiche Voruntersuchungen notwendig, wobei viele Fachleute zusammenarbeiten: Geologen, Chemiker, Biologen, Hygieniker, Verfahrens- sowie Maschinenbau- und Elektroingenieure.
Entsäuerung
EntsäuerungsanlageBei der Entsäuerung entfernt man die überschüssige aggressive Kohlensäure aus dem Wasser, d.h. es wird ein Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht hergestellt, damit das Wasser keine Korrosion an den Rohrleitungs- und Behältermaterialien hervorruft.
Physikalische Verfahren
Hier erfolgt eine Kohlensäure-Ausgasung mittels Belüftung, Verdüsung, Verrieselung ohne Aufhärtung. Eine vollständige Entsäuerung ist physikalisch nicht möglich
Chemische Verfahren
Hier erfolgt die Entfernung der aggressiven Kohlensäure, indem man sie mit Marmor oder Dolomit bindet. Am häufigsten werden Filter mit Jurakalk oder mit Dolomit eingesetzt. Die Filter müssen zur Reinigung rückgespült und in offener oder geschlossener Bauweise errichtet werden.
Enteisenung / Entmanganung
Ein Tiefengrundwasser enthält meist zu wenig Sauerstoff und somit meist höhere Mengen an Eisen und Mangan. Eisen und Mangan im Trinkwasser sind zwar nicht gesundheitsschädlich, rufen aber Trübungen sowie einen unangenehmen Geschmack hervor und führen in Rohrleitungen und Behältern zu störenden Ablagerungen.
Verfahren
Eisen und Mangan werden nach einem ähnlichen Verfahren entfernt. Zunächst erfolgt eine Belüftung (Oxidation) in offenen Anlagen (Riesler, Kaskaden) oder in geschlossenen Anlagen (Kompressoren). Dabei entstehen unlösliche Verbindungen, die unter Flockenbildung ausgeschieden werden. Diese Flocken werden dann in offenen oder geschlossenen Schnellfiltern entfernt.
Entkeimung
Da mit dem Trinkwasser auch Krankheiten (Seuchen) übertragen werden können, haben Entkeimungsanlagen die Aufgabe, bakteriologisch einwandfreies Wasser in das Versorgungsnetz abzugeben.
UV-AnlagePhysikalische Verfahren
Filtration
- Langsamfilter
UV-Bestrahlung
- keine Geschmacksbeeinflussung
- keine schädlichen Nebenprodukte
- nur für kleinere Versorgungen
Chemische Verfahren
Chlorgas
- nur stationärer Einsatz
Chlordioxid
- gute keimtötende Eigenschaften
- geringe Geruchsintensität
Ozon
- starke Oxidationswirkung
- keine Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigung
- Herstellung nur vor Ort möglich
Sonstige Verfahren
| Aufbereitungsziel | Aufbereitungsziel |
|---|---|
| Kohlenwasserstoffentfernung | Belüftung (Stripping), Aktivkohlefilter |
| Enthärtung | Ionenaustauscher, Umkehrosmose |
| Schwebstoffentfernung | Sedimentation, Filtration |
| Nitratentfernung (Entsalzung) | Ionenaustauscher Umkehrosmose Elektrodialyse Biologische Denitrifikation |
Nachstehende Abbildung beschreibt die Trinkwasseraufbereitung und -speicherung als Flash-Animation. Zur Anzeige ist ein Flash-PlugIn notwendig.
Weiterführende Informationen
Links zu anderen Angeboten
Dokumente zum Download/Bestellen
- [INT] Wassernachbehandlung im Haushalt (PDF - 0,1 MB)


