Mehr Platz für die Würm
Ökologischer Ausbau der Würm an der Mergenthalerstraße in Obermenzing
Die Würm einst und heute
Die Würm vor der Renaturierung
Der ursprüngliche Flusslauf mäandrierte vor seiner Begradigung im Stadtgebiet auf einer Breite von ca. 80 Metern und teilte sich häufig in mehrere Fließarme auf. Die Flussregulierung am Ende des 19. Jahrhunderts hat die Würm auf 6 bis 8 Meter eingeengt und die Ufer weitgehend mit Blocksteinen, Holzverbau, Spundwänden oder Betonmauern verbaut. In Folge rückten Besiedlung, Verkehrswege, Naherholungseinrichtungen und Landwirtschaft immer näher an den Fluss heran, so dass im innerstädtischen Bereich nur wenige Flächen verfügbar sind, an denen eine Renaturierung der Würm noch möglich ist.

Historischer Verlauf

Übersichtsplan
An der Mergenthalerstraße in Obermenzing waren die Voraussetzungen für eine ökologische Ausbaumaßnahme gegeben. Bereits 1999 regte das Wasserwirtschaftsamt München hier eine Renaturierung an. Auch die örtliche Grandlschule zeigte Initiative in diese Richtung - im Schuljahr 2002/2003 wurde die Arbeitsgemeinschaft Würm gegründet.
2002 beschloß der Münchner Stadtrat die Renaturierung. Proteste verschiedener Anwohner führten zur Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens. 2009 konnte die Baumaßnahme endlich in Angriff genommen werden.
Die Planer der Renaturierung, das Baureferat der Stadt München und das Wasserwirtschaftsamt München, haben der örtlichen Bevölkerung Mitte Juli im Rahmen einer Infoveranstaltung die Details erläutert.

Infoveranstaltung Mitte Juli

Infoveranstaltung Mitte Juli
Was hat sich getan?
Nach historischem Vorbild wurde auf der Grünfläche an der Mergenthalerstraße auf einer Länge von ca. 250 m ein neuer Flussarm geschaffen. Wert legte man hierbei auf eine möglichst naturnahe Gestaltung. Das Gewässerbett und die Ufer sind nun unregelmäßig gestaltet und abschnittsweise aufgeweitet, die Gleituferbereiche sehr flach ausgeführt. Dadurch kann sich in den Inselbereichen zwischen der Würm und dem neuen Nebenarm ein gewässertypischer wechselfeuchter Bereich entwickeln.
Das Gewässerbett erhielt eine Niedrigwasserrinne, die auch bei geringeren Abflussmengen eine ausreichende Durchströmung des Nebenarmes gewährleistet. Um eine Versickerung zu verhindern, wurde das neue Gewässerbett mit Lehmschlag abgedichtet.

Während der Bauphase

Während der Bauphase

Während der Bauphase

Während der Bauphase
Pflanzaktion und "Wasser marsch"
Am 28. Oktober 2009 wurde die Renaturierungsmaßnahme mit einer Pflanzaktion mit den Schülern der Grandlschule abgeschlossen. Unter fachkundiger Anleitung von Mitarbeitern der Flussmeisterstelle und des städtischen Gartenbaus wurden die Ufer und die neue Insel mit Stauden und Gehölzen bepflanzt.
Am Nachmittag hieß es dann "Wasser marsch" - den Schülern mit ihren Schaufeln und Spaten kam ein Bagger beim Durchstich zu Hilfe. Schnell hat sich die Würm den Weg in den neuen Seitenarm gesucht.

Schaufeleinsatz unter fachkundiger Anleitung

Sogar Bäume setzten die Kinder

Löcher graben für die Stauden

Kurze Verschnaufpause

Viele fleißige Helfer

Sumpfdotterblume, Gelbe Iris und Mädesüß werden gepflanzt

Der Durchstich

Das Wasser kommt !

Die Würm im neuen Seitenarm

Sichtlich zufrieden - die Leiterin der AG Würm
Welche Vorteile bringt die Umgestaltung?
Insgesamt werden durch den neuen Seitenarm die ökologischen Funktionen und die biologische Wirksamkeit des Gewässers gefördert und ihm mehr Raum zur Eigenentwicklung gegeben. An der der Mergenthalerstraße zugewandten Uferseite wird die Zugänglichkeit und Erlebbarkeit des Gewässers verbessert und somit der Erholungswert gesteigert.
