Wiedervernässung des Ampermooses
Das Ampermoos
Das Ampermoos erstreckt sich vom Nordende des Ammersees bis nach Grafrath im Landkreis Fürstenfeldbruck. Die Amper durchfließt dieses Gebiet auf einer Strecke von knapp 7 km. Der bedeutendste Zufluss ist die Windach, die unterhalb der Ortschaft Eching in die Amper mündet. Im Moos selbst fließen zahlreiche Bäche und Gräben in die Amper, darunter der Garnbach und der Inninger Bach.
Das Ampermoos ist ein nach dem Ende der letzten Eiszeit entstandenes Verlandungsmoor, das mit einer Fläche von ca. 600 ha eines der wichtigsten Niedermoore Deutschlands darstellt. Es wurde deshalb 1982 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Ziel war die Erhaltung dieses international bedeutsamem Feuchtgebietes mit seiner artenreichen und moortypischen Tier- und Pflanzenwelt.
In den vergangenen Jahrzehnten ist aufgrund menschlicher Eingriffe der für das Moos notwendige hohe Grundwasserstand zurückgegangen. Durch die zunehmende Austrocknung weisen die moortypischen Pflanzengesellschaften auf etwa der Hälfte der Gesamtfläche des Mooses Schädigungen auf. "Allerweltsarten" wie Brennnessel, Landreitgras, Goldrute und Landschilf verdrängen die hochspezialisierte Niedermoorflora. In den Jahren 1986/87 wurde für das Ampermoos ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Dieser empfiehlt als wichtigste Maßnahme zur Verbesserung der Verhältnisse die Wiedervernässung. Dieses Ziel wollen wir durch den Bau einer Sohlschwelle in der Amper bei Grafrath verwirklichen.

Topografische Karte
Wiedervernässung des Ampermooses
Der Bau der Sohlschwelle führt zu einer Anhebung der Wasserstände der Amper im Bereich des Mooses. Der Aufstau macht sich umso stärker bemerkbar, je niedriger die Wasserführung in der Amper ist.
Auch bei kleineren Hochwassern wird sich der Aufstau noch bemerkbar machen. Bebaute Bereiche werden davon nicht betroffen. Bei großen Hochwasserereignissen wie an Pfingsten 1999 ist eine Stauwirkung der Schwelle nicht mehr vorhanden. Bei einem Hochwasser dieser Größenordnung steht bereits bisher das ganze Ampermoos unter Wasser. Änderungen durch den Bau der Sohlschwelle ergeben sich nicht.

Das Ampermoos aus der Luft
Weitere Entwicklung des Ampermooses
Der Aufstau der Amper führt in den Bächen und Entwässerungsgräben im Moos zu einer Erhöhung der Wasserstände. Deshalb können sie nicht mehr im gleichen Ausmaß wie bisher das Grundwasser in die Amper abführen. Die Grundwasserstände im Ampermoos werden wieder ansteigen und dies vor allem in den am meisten geschädigten Bereichen entlang der Bäche und der Amper selbst. Ein gehäuftes Auftreten von Stechmücken ist trotz der feuchteren Verhältnissen nicht zu befürchten
Die geplante Wiedervernässung des Ampermooses wird dazu führen, dass die momentan noch vorhandenen niedermoortypischen Pflanzenarten und Vegetationsgesellschaften in ihrem Bestand gesichert und langfristig erhalten werden. Bereits verschwundene oder stark zurückgedrängte Tier- und Pflanzenarten können sich wieder ansiedeln und entwickeln. Durch eine Eindämmung gebietsfremder Arten und eine Reduzierung des Gehölzaufkommens wird der typische Landschaftscharakter, der geprägt ist durch Offenheit und Weiträumigkeit, erhalten und wiederhergestellt
Weiterführende Informationen
Presseschau
- Tagblatt Fürstenfeldbruck (16.3.2010)
- Landsberger Tagblatt (19.3.2010)
- Münchner Merkur (18.3.2010)
- Süddeutsche Zeitung (Bericht vom 19.3.2010)
- Süddeutsche Zeitung (Kommentar vom 20.3.2010)
- Kommentar des LBV Starnberg (16.3.2010)
- Süddeutsche Zeitung (Bericht vom 22.2.2011)
- Augsburger Allgemeine (17.1.2011)
