Umbau des Absturzbauwerks in Ismaning zu einer Rauen Rampe
Vorgeschichte

Das Ismaninger Wehr heute
Durch den Ausbau hat sich die Isar massiv in den anstehenden tertiären Untergrund eingetieft. Man begann mit umfangreichen Stützmaßnahmen. Neben einem durchgehenden Uferverbau, der die Seitenerosion verhindern sollte, wurden Absturzbauwerke wie Schwellen und Wehre zur Sohlfixierung eingebaut.
Die heutige Situation am Ismaninger Wehr

Blick auf das Wehr heute

unterhalb des Wehr heute

Blick nach Norden
Das Ismaninger Wehr hat eine Höhe von 3,7 m und stellt damit ein für alle Gewässerorganismen unüberwindbares Hindernis dar. Die seitlich eingebaute steile Fischtreppe funktioniert nur eingeschränkt und kann eine wirkliche Durchgängigkeit des Gewässers nicht gewährleisten.

bestehende Fischtreppe
Die Problematik der Querbauwerke
Die fehlende Durchgängigkeit der Isar wirkt sich aus - fischökologische Untersuchungen haben gezeigt, dass die typischen Isarfische Nase, Aitel, Barbe und Äsche im Bereich der Mittleren Isar erheblich gestörte Populationsstrukturen aufweisen. Zwar lassen sich an einigen Stellen noch fortpflanzungsfähige Restschwärme erwachsener Barben und Nasen nachweisen, der Fehlbestand an Jungfischen ist jedoch extrem hoch. Auch für die an der Gewässersohle lebenden Kleinlebewesen ist die flussauf- und abwärtsgerichtete Dynamik unterbunden.
Querbarrieren verhindern grundsätzlich auch eine strukturreiche und naturnahe Gestaltung des Flussbettes. Das Kieslückensystem ist durch fehlende Umlagerung weitgehend mit Feinsedimenten verbacken und für Jungfische, ablaichende Fische, Fischnährtiere und andere Kleinlebewesen nur sehr eingeschränkt nutzbar. Es fehlen zudem eine ausgeprägte Tiefenvarianz, ein abwechslungsreiches Strömungsbild, Umlagerungen, Flachwasserbereiche und die für viele Tiere lebensnotwendigen Wasserwechselzonen.
Auch der Einstau, den jedes Wehr nach oben verursacht, wirkt sich negativ auf die Ökologie aus. Jeder einzelne Staubereich zwischen den Querbauwerken stellt einen abgeschlossenen Lebensraum dar, der andere Lebensbedingungen als ungestaute Fließstrecken bietet. Strömungsliebende Arten meiden die gestauten Bereiche.
Die Situation bei Ismaning in Zukunft
Das Gewässerentwicklungskonzept „Mittlere Isar“ fordert zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit den Umbau von Sohlabstürzen in Sohlrampen mit Neigungen flacher als 1:20.
Im Rahmen der Umsetzung dieses Konzeptes soll das Isarwehrs bei Ismaning (Fkm 135,3) zu einer sogenannten Rauen Rampe umgebaut werden.
Der Wasserrechtsbescheid liegt mittlerweile vor, die Finanzierung ist in die Wege geleitet.
75 % der Kosten wird die E.ON Wasserkraft GmbH übernehmen, den Rest trägt der Freistaat Bayern.
Die Flussmeisterstelle München wird den Umbau des Wehres durchführen.
Mit der geplanten Massnahme wird eine ökologische und flussmorphologische Verbesserung der derzeitigen Situation erreicht. Der Umbau des gleichförmigen Betonabsturzes in eine Rampe mit vielfältigem Strömungsmuster und naturnahem Erscheinungsbild verbessert auch den Erholungwert des Gewässers. Eine Befahrbarkeit mit Schlauchboot oder Kanu kann ermöglicht werden.
Informationen zur geplanten Rampe:
Der vorhandene Absturz wird in eine aufgelöste Rampe umgebaut.
Es erfolgt ein punktueller Abtrag der Rampenkrone des alten Wehres, das verbleibende Wehr wird in den Unterbau der Rampe integriert.
Die Rampe wird in mehrere Zwischenbecken und Kaskaden aufgelöst, wobei großformatige Blocksteine zum Einsatz kommen. Zwischen den Riegeln wird eine natürliche Dynamik von Kolken und Aufkiesungen zugelassen. Es bilden sich gumpenartige Vertiefungen, die auch bei geringem Abfluss ausreichend Wasser für die Wanderung der Gewässerlebewesen bieten.
Bei einer maximalen Absturzhöhe von 0,25 m ergibt sich eine Länge der Rampe von ca. 60 m.
Maßnahmenbeginn: Voraussichtlich Herbst 2012
In Zukunft wird es hier ähnlich aussehen wie am ehemaligen Mollwehr in Unterföhring.

Rampe nach Umbau des Mollwehrs
