Gewässerentwicklung am Schwebelbach
Ausgangssituation
Der Schwebelbach war ursprünglich eine natürliche Entwässerung des Dachauer Mooses. Er wird kurz vor der Einmündung des Feldmochinger Mühlbachs in den Würmkanal aus diesem ausgeleitet und fließt auf einer Strecke von 8,5 km in Richtung Norden, um dann bei Ottershausen in die Amper zu münden. Der Schwebelbach als Gewässer I. Ordnung erfüllt vielfältige Funktionen sowohl als Lebensraum für Tiere und Pflanzen als auch zur Abführung von Wasser und Eis im Winter.
Das Wasserwirtschaftsamt München hat im Herbst 2010 mit Maßnahmen am Schwebelbach begonnen, die die naturnahe Entwicklung des Gewässers fördern und seine vielfältigen Funktionen dauerhaft erhalten sollen.

Wasserkreuzung
Der Schwebelbach, der früher einmal eine natürliche Entwässerung des Dachauer Mooses war, ist heute weitgehend in das Kanalsystem im Norden von München eingebunden.
Sanierung der Ufermauer an der Ausleitung aus dem Würmkanal
An der Ausleitung des Schwebelbachs aus dem Würmkanal wurde das Ufer durch eine Betonmauer gesichert. Diese Sicherung ist notwendig, um das Ufer für den ungehinderten Wasserabfluss in den Schwebelbach zu stabilisieren und die dort vorhandene Fußgängerbrücke zu sichern.
Die Betonmauer ist im Laufe der Jahre brüchig geworden und musste nun erneuert werden. Nach Abbruch der Betonmauer sichert ein Aufbau aus Wasserbausteinen das Ufer.

Auslauf Würmkanal vorher

Auslauf Würmkanal nachher
Die brüchige Betonmauer wurde durch einen Steinsatz aus Wasserbausteinen ersetzt.
Umbau eines Absturzes in eine Rampe
Nördlich der B 471 überquert die Hackerstraße den Schwebelbach. Unterhalb der Brücke befand sich ein Absturz im Gewässer, der die Sohle stabilisierte. Dieser Absturz konnte von zahlreichen Gewässertieren nicht überwunden werden. Die Durchwanderbarkeit innerhalb des Gewässers ist jedoch eine wichtige Vorraussetzung für seine ökologische Funktionsfähigkeit. Deshalb baute das Wasserwirtschaftsamt den Absturz in eine flache Rampe um. Damit wird der Schwebelbach vom Auslauf aus dem Würmkanal bis zur Mündung in die Amper ein vollständig durchgehendes Gewässer und somit zu einem wichtigen Vernetzungselement zwischen den Kanälen im Süden und der Amper im Norden.

Absturz vor Umbau

Absturz nach Umbau
Eine flache Rampe macht den Schwebelbach durchgängig und gibt ihm an dieser Stelle wieder ein naturnahes Erscheinungsbild.
Entwicklung eines standorttypischen Uferbewuchses
Landschaftstypisch wird der Schwebelbach von einem ausgeprägten Gehölzsaum begleitet. Dieser gibt dem Gewässer die notwendige Beschattung und ist eine wichtige Verbindung im Biotopverbund. Zur Verbesserung von Beschattung und Biotopstruktur sollen deshalb lückige Gehölzsäume soweit möglich durch neue Pflanzungen geschlossen werden.

Grundstück
Fehlender Gehölzbewuchs wird stellenweise ergänzt. Ein kleinräumiger Wechsel von Gehölzen und Hochstaudenfluren fördert den Artenreichtum.
Strukturverbessernde Maßnahmen an Gewässersohle und Ufer
Der Schwebelbach in seiner heutigen Ausprägung ist gekennzeichnet durch einen relativ geraden Verlauf mit gleichförmigem Strömungsbild. Kleinräumige Strukturverbesserungen durch Einbau von Totholz und einzelnen Wasserbausteinen sollen die Struktur- und Strömungsvielfalt im Gewässer erhöhen und somit vielfältige Lebensraummöglichkeiten für Gewässerorganismen bieten. Der Wasserabfluss und die Eisabdrift werden dadurch nicht behindert.
