Vom Wehr zur Rauen Rampe
Umbau des „Mollwehres“ in Unterföhring
Die Flussmeisterstelle München hat im Rahmen der Umsetzung des Gewässerentwicklungskonzeptes Mittlere Isar das Unterföhringer Wehr („Mollwehr“) zu einer Sohlrampe („Raue Rampe“) umgebaut.

Lageplan
Historischer Zweck des Mollwehrs
Im Jahr 1928 wurde das Unterföhringer Wehr zur Stabilisierung der Sohle errichtet. Dadurch sollte eine Erosion der Gewässersohle und damit ein weiteres Eintiefen der Isar verhindert werden. Das Wehr war einer der größten Abstürze in der Isar und stellte damit für die allermeisten Wasserlebewesen eine unüberwindbare Barriere dar.

Urzustand
Wie wird umgebaut?
Das Wehr wurde durch eine sogenannte Raue Rampe ersetzt. Das bedeutet, dass der steile Absturz durch ein flaches Bauwerk mit einer Neigung von 1:20 ersetzt worden ist. Die Rampe besteht aus mehreren gekrümmten Riegeln mit Zwischenbecken und erstreckt sich auf einer Länge von ca. 75 m über die gesamte Gewässerbreite. Mit dieser Bauweise bleibt einerseits die Stabilität der Sohle weiterhin gewährleistet, andererseits wird die Durchgängigkeit für Lebewesen hergestellt.

Raue Rampe
Warum überhaupt ein Umbau?
Die Durchgängigkeit eines Fließgewässers ist von herausragender Bedeutung für die Entwicklung und Erhaltung artenreicher und gewässertypischer Lebensgemeinschaften. Durch die Bauweise können sich vielfältige Strömungsverhältnisse ausbilden, die die Entstehung von Lückensystemen und damit auch von neuen Lebensräumen fördern.

Bild einer Äsche
Was bedeutet der Umbau für uns?
Der Umbau des Wehres in eine Rampe verbessert die Erlebbarkeit des Gewässers. Die Strömungsvielfalt führt zu einem attraktiven naturnahen Erscheinungsbild. Außerdem wurde durch den Umbau eine Gefahrstelle entschärft. Im Jahr 2009 hatte es hier noch einen tragischen Unfall gegeben.

Rampe nach Umbau
Wer hat das Wehr umgebaut?
Vorhabensträger war der Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt München. Die Baumaßnahmen wurden 2010 von der Flussmeisterstelle München durchgeführt. Die E.ON Wasserkraft beteiligte sich finanziell an der Maßnahme.

Baubetrieb
