Mehr Wasser in der Mittleren Isar
2009 ist für die Mittlere Isar zwischen dem Oberföhringer Wehr in München und der Stadt Moosburg ein besonderes Jahr. Es verbleibt das gesamte Isarwasser über einen längeren Zeitraum im Mutterbett. Zu verdanken ist dies der baulichen Sanierung des 1929 fertig gestellten Mittlere-Isar-Kanals (MIK), der bis zu 150 Kubikmeter Isarwasser pro Sekunde zur Stromerzeugung in einer Kraftwerkskette ausleitet. Erst bei Landshut wird das Wasser in die „Restisar“ zurück geleitet.Die Kanalsanierung hat Konsequenzen für Nutzer und Erholungssuchende:
- Erhöhte Abflüsse in der Isar bis November 2009. Bei Mittelwasser bedeutet das die dreifache Wassermenge, was örtlich bis zu 1 Meter höhere Wasserstände zur Folge haben kann.
- Höhere Wasserspiegel in der Isar mit dem Nebeneffekt, dass der Fluss begleitende Grundwasserstrom im Umfeld des Gewässers ansteigen kann. Isaranrainer, die bisher schon bei höheren Grundwasserständen zeitweise feuchte Keller hatten, müssen sich dieses Jahr gegebenenfalls auf längere Zeiträume einstellen.
Ausdrücklich weisen wir auf die verschlechterten Bedingungen für Badende in der Mittleren Isar hin. 2009 findet keine UV-Behandlung des Abwassers zur Hygienisierung statt. Da der MIK normalerweise die gereinigten Abwässer der Kläranlage München I aufnimmt, kann es in der Badesaison durch die Rückleitung des Wassers in die Isar zu erhöhten Belastungen mit Keimen kommen. Zudem darf die erhöhte Strömung nicht unterschätzt werden, sie birgt für Badende und auch für Boots- und Kanufahrer Gefahren, die sie bisher an der Isar nicht kennen und nicht gewöhnt sind.

Warntafel
Profitieren wird in erster Linie die Natur, da deutlich mehr Kiesumlagerungen stattfinden werden. Das Gewässerbett wird abwechslungsreicher und das Strukturangebot an Lebensräumen für heimische Fische und Wasserkleinlebewesen wird verbessert. Höhere Grundwasserstände kommen dem Auwald zugute, der für seine Standort gerechte Entwicklung auf wiederkehrende Nässe aus dem Untergrund angewiesen ist.
Die durch den Seitenarm entstandene Insel ist auch weiterhin als Festplatz nutzbar.
Der neu geschaffene Gewässerlauf bietet durch die Vielfalt der neuen Strukturen Lebensraum für Wasserlebewesen.
Bei der Bepflanzung der Uferstreifen beschränkte man sich auf eine punktuelle Einbringung standortgerechter Laubgehölze (Initialpflanzung) mit einheimischen Pflanzenmaterial, alles weitere wurde der natürlichen Entwicklung (Sukzession) überlassen.
Damit Sie sich schnell informieren können, finden Sie hier:
- den aktuellen Wasserstand und Abfluss am Pegel Freising und Moosburg [EXT] http://www.hnd.bayern.de
- den aktuellen Grundwasserstand in Freising und Moosburg [EXT] http://www.hnd.bayern.de
- unsere WebCam in Freising [EXT] http://www.flussperlmuschel.de
