Isar 2020 -
Vorbeugender Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung an der Mittleren Isar
- Hintergrund
- Aufgaben und Ziele
- Planung und Umsetzung
- Fertiggestellte Vorhaben
- Vorhaben im Bau
- Vorhaben im Genehmigungsverfahren
- Vorhaben in Planung
- Finanzierung
Handlungsfelder des Aktionsprogramms 2020 mit AkteurenHintergrund
Klimawandel, Verschärfung der Hochwassersituation, Ökologie und Umwelt, Pfingsthochwasser 1999, Augusthochwasser 2005 – aktuelle Themen, die ein rasches Handeln für die Menschen am Fluss, aber auch das Ökosystem Fluss selbst notwendig machen.
Das Wasserwirtschaftsamt München hat für die Mittlere Isar in den Landkreisen München und Erding ein wasserwirtschaftliches Gesamtvorhaben Isar 2020 erstellt, das beispielhaft das Aktionsprogramm 2020 umsetzen soll. Das Projekt sieht eine Neuordnung der Deichsysteme mit Deichrückverlegungen, eine Anpassung und Optimierung der bestehenden Deiche auf heutigem Stand der Technik sowie die Umsetzung des Gewässerentwicklungskonzeptes Mittlere Isar vor.
Technischer Hochwasserschutz und natürlicher Rückhalt werden kombiniert, wobei im Falle der Mittleren Isar der Schwerpunkt auf dem vorbeugenden Hochwasserschutz durch großflächigen Retentionsraumgewinn liegt.
Aufgaben und Ziele
Zurück zur Dynamik
Hochwasserschutz und Eigenentwicklung sind vereinbar
Mit dem Konzept Isar 2020 werden die Ziele des Hochwasserschutzes für Siedlungsflächen mit ökologischen Aspekten kombiniert. So führen die geplanten und teils bereits durchgeführten Deichrückverlegungen einerseits zu einer Verbesserung des Hochwasserschutzes, da dem Fluss mehr Raum für natürlichen Wasserrückhalt in der Fläche gegeben wird. Andererseits wird streckenweise der vom Fluss entkoppelte Auwald wieder mit dem natürlichen Abflussgeschehen der Isar verknüpft. Fluss und Aue bilden wieder eine funktionierende Einheit.
Das Wasserwirtschaftsamt München erwartet sich durch die Umsetzung der Gesamtmaßnahmen
- eine Verbesserung der örtlichen Hochwassersituation durch Absenkung der Wasserspiegellagen nach Aufweitung der Vorländer,
- eine Verbesserung der überörtlichen Hochwassersituation durch die Abflussdämpfung,
- durch das neue Deichsystem Hochwasserschutz für rund 30.000 Anwohner,
- eine Wiederherstellung des ursprünglichen Umlagerungsverhaltens der Geschiebe führenden Isar,
- eine Verbesserung der Lebensraumbedingungen in der Isar bzw. Isaraue sowie
- eine Erschließung von Fluss und Aue für die Erholung, ohne deren Lebensgemeinschaften negativ zu beeinträchtigen.
Planung und Umsetzung
Entfesselte Ufer und Rückhalteraum
Die Maßnahmen zur Gewässerentwicklung konzentrieren sich auf
- den Uferrückbau und das Wiederzulassen eigendynamischer Prozesse,
- den Umbau von Abstürzen in Sohlrampen und die Anlage von Umgehungsgerinnen an Wehren zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit,
- den Ankauf von Ackerflächen und langfristig deren Überführung in Auwald und
- eine Wegeführung, angepasst an die natürliche Flussentwicklung.
Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes werden
- bestehende Siedlungen und Verkehrswege durch die Verstärkung vorhandener Deiche geschützt und
- durch die Rückverlegung von Deichen zusätzlicher Rückhalteraum geschaffen.
Isar 2020 umfasst bisher insgesamt 20 Bauabschnitte, welche zwischenzeitlich zum Teil fertig gestellt sind bzw. sich in der Entwurfs-, Genehmigungs- oder Bauphase befinden.

Plan 1

Plan 2
Fertiggestellte Projekte:
- BA 01 Freising – Marzling (1977 – 1983)
- BA 02 Oberhummel (2006)
- BA 3 Volkmannsdorferau (1991)
- BA 04 Moosburg – Bonau (2000)
- BA 05a Moosburg (2008)
- BA 06 Moosburg (2006)
- BA 08 Rosenau (2008)
- BA 11 Hirschau, Reparaturmaßnahmen nach Hochwasser 2005 (2005)
- BA 13 (2000) sowie Schöpfwerke 1, 2, 3 (2008)
- BA 18 Hallbergmoos (Reparatur des Deiches)
Vorhaben im Bau:
- BA 20a Freising (Deichertüchtigung)
Vorhaben im Genehmigungsverfahren:
- BA 05b Niederhummel
Geplante Vorhaben:
- BA 05c Grünseiboldsdorf (Vorentwurf Deichbau, Retentionsraumgewinn)
- BA 07 Moosburg – Neustadt (Grundlagenermittlung, zurückgestellt)
- BA 09 Rosenau (Deichauflassung, Retentionsraumgewinn)
- BA 10 Gaden (Deichbau, Retentionsraumgewinn)
- BA 11 Hirschau (Deichreparatur nach Hochwasser 2005: Ca. 3.800 m rechts)
- BA 12 Riegerau (Deichbau, Retentionsraumgewinn)
- BA 14 Freising Süd (Deichbau, Retentionsraumgewinn)
- BA 15 Mintraching – Hallbergmoos (Deichrückverlegung, Retentionsraumgewinn)
- weitere BA in Planung
Finanzierung
Das gesamte Vorhaben wird rund 100 Millionen Euro kosten, wobei 66 Millionen Euro auf die Deichbauten und 24 Millionen auf die Gewässerentwicklung entfallen. An den Deichbaukosten beteiligen sich die betroffenen Kommunen. Zudem erfolgt teilweise eine EU-Kofinanzierung. Die Kosten zur Umsetzung des Gewässerentwicklungskonzeptes trägt zu 75% die E.ON Wasserkraft AG als Betreiber des Mittlere-Isar-Kanals, den Rest finanziert der Freistaat Bayern.
