Zweiflügler - Diptera
Schon Aristoteles, einer der berühmtesten Naturforscher des Altertums, fasste die Mücken und Fliegen unter dem Namen Zweiflügler zusammen. Dieser Name ist sehr gut gewählt, denn die Imagines (erwachsene Tiere) unterscheiden sich durch ihre Zweiflügeligkeit sofort auf den ersten Blick von anderen Insektenordnungen (di = zwei, ptera = Flügel).
Rund 140 000 Zweiflüglerarten wurden bisher weltweit beschrieben. In Mitteleuropa dürften ungefähr 8 000 vorkommen, wobei in unseren Fließ- und Stillgewässern ca. 1 500 Arten leben. Systematisch unterscheidet man dabei zwischen den beiden Unterordnungen Mücken (Nematocera) und Fliegen (Brachycera).
Die Zweiflügler sind eine hochentwickelte Insektenordnung, die ebenso wie z.B. die Käfer oder Schmetterlinge eine vollkommene Verwandlung (holometabole Insekten) durchmachen, also als Ei, Larve, Puppe und Imago vorkommen.
Gruppe der Zweiflügler
| Zweiflügler |
Chironomidae - Larve
(Zuckmücken)
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- Die Zuckmücken sind die arten- und oft auch die individuenreichste Insektenfamilie der Binnengewässer. Bis zu 50 000 Individuen pro Quadratmeter wurden schon gezählt.
- Trotz der Vielzahl der Arten und ihrer unterschiedlichen Lebensweise ist die Gestalt der Larve recht einheitlich: Sie sind wurmförmig, haben eine vollentwickelte kleine Kopfkapsel und 12 Segmente (3 Brust- und 9 Hinterleibssegmente).
- Die Larven findet man in allen Gewässertypen; vom Gletscherbach bis hin zum Abwasserteich findet man Zuckmückenlarven. Selbst in stark salzhaltigem Wasser (bis 28,5% Salzgehalt) oder in heißen Quellen (bis 51°C) hat man schon Larven gefunden.
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Chironomus thummi Gruppe
(Zuckmücken)
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- Die Mücken der Chironomus thummi Gruppe sind blutrot gefärbt, da sie einem dem menschlichen Hämoglobin sehr nah verwandten Blutfarbstoff besitzen.
- Deshalb können diese Zuckmücken in sehr sauerstoffarmen Gewässern gut leben, da ihr Blutfarbstoff die Aufnahme von Sauerstoff erleichtert.
- Auf diese Art und Weise sind sie besonders gute Anzeiger für eine starke organische Belastung der Gewässer. Ihre Einstufung in die Güteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt) trägt diesem Umstand Rechnung.
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Liponeura sp. - Larve
(Lidmücken)
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- Die Larven von Liponeura erkennt man gut an den 6 kreisrunden Saugnäpfen an der Bauchseite. Neben den Saugnäpfen befinden sich büschelige Tracheenkiemen, sowie beinartige Auswüchse mit kurzen Dornen.
- Die Larven findet man auf der Oberfläche von Steinen in sauberen, stark strömenden Bergbächen bzw. an Wasserfällen und Abstürzen in größeren Fließgewässern.
- Mit ihren Saugnäpfen können sich die Larven auch in stärkster Wasserströmung auf Steinen und Felsen festhalten. Indem sie ihre Saugnäpfe abwechselnd lösen, können sie sich recht geschickt vorwärts und seitwärts bewegen.
- Mit ihrem kräftigen Oberkiefer schabt sie dann Algenbeläge (vorwiegend Kieselalgen) von den Steinen ab.
- Auf organische Verschmutzung reagieren die Larven empfindlich. Deshalb wurde sie in die Güteklasse I (unbelastet bis sehr gering belastet) eingestuft.
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Simuliidae - Larve
(Kriebelmücken)
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- Die Simuliidaelarven sind sehr gut an ihrem keulenförmig verdicktem Hinterende zu erkennen. Am Kopf besitzen sie zwei ausklappbare Borstenfächer. Am ersten Brustsegment tragen sie einen kurzen Fußstummel, am Hinterleibsende eine "Haftscheibe" mit mehreren hundert kreisförmig angeordneten Reihen feinster 0,01 bis 0,02 mm langer Häkchen.
- Man findet die Larven auf Steinen und Pflanzen kolonieweise ausschließlich in Fließgewässern mit guter Sauerstoffversorgung. Dort können bis zu 40 Larven pro Quadratzentimeter Steinoberfläche sitzen.
- Mit Hilfe der Borstenfächer filtern die Simuliidaelarven Detritus und Algen aus der Strömung.
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Wilhelmia sp. - Larve
(Kriebelmücken)
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Video 2 (0,71 MB)
Video 3 (0,93 MB)
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- Diese Gattung der Kriebelmücken zeichnet sich im Puppenstadium durch ihre dicken wurstförmigen Kiemen aus. Dadurch sind sie eindeutig von den anderen Kriebelmücken zu unterscheiden.
- Verschmutzungen können diese Tiere bis zu einem gewissen Grade vertragen. Deshalb stehen diese Tiere für mäßig belastete Gewässer (Güteklasse II).
- Videos:
Im ersten Video sieht man eine Kriebelmückenlarve. Deutlich sind die zwei ausklappbaren, kammartigen Borstenfächer und der keulenförmig verdickte Hinterleib zu erkennen. In den Videos zwei und drei sieht man eine Kriebelmücke im Puppenstadium, sowie das zugehörige Puppengehäuse. Deutlich erkennbar sind die wurstförmig verdickten Kiemen dieser Art (siehe Video 3).
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| Athericide
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- Die Larve besitzt auf der Bauchseite 7 Paar Stummelfüße mit Hakenkränzen, am Hinterende stummelfussähnliche Nachschieber und 2 kräftige, behaarte Fortsätzen.
- Die Athericidae sind meistens grünlichbraun gefärbt, und können bis zu 20 mm lang werden.
- Als Lebensraum bevorzugen diese Tier saubere, mäßig- bis schnellströmende Bäche und Flüsse mit steinigem Grund. Oft findet man sie dort in Pflanzenpolstern.
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