Wasserwirtschaftsamt
München

Wasserkäfer - Coleoptera

Familie: Hakenkäfer - Elmidae
Fast alle Arten der Hakenkäfer sind reine Fließgewässerbewohner und gute Indikatoren für unverschmutztes Wasser.
Oft findet man sie in moosreichen schnellfließenden Bächen, was ihnen auch den Namen "Mooskäfer" eingebracht hat.

Gruppe der Käfer
Wasserkäfer
Elmis sp.
(Hakenkäfer oder Klauenkäfer)

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Video 2 (0,56 MB)
Video 3 (0,94 MB)

  • Diese Käfer leben in Flüssen und Bächen; selten findet man sie auch an den Uferbereichen von stehenden Gewässern. Bevorzugter Lebensraum der Hakenkäfer sind Steinunterseiten, -vertiefungen und Wasserpflanzen bzw. -moose.
  • Der Käfer lebt ständig unter Wasser, wobei er seinen Sauerstoffbedarf durch eine "Physikalische Kieme" abdeckt: An seiner fein behaarten Unterseite hat der Käfer ein Luftpolster hängen, das mit den Atemöffnungen in direktem Kontakt steht. Entnimmt der Käfer nun dieser Luftblase Sauerstoff, so diffundiert Sauerstoff aus dem umgebenden Wasser nach.
  • Der erwachsene Käfer und seine Larve leben vegetarisch z.B. von Algenaufwuchs und verrotendem Holz.
  • Die Arten der Hakenkäfer lieben strömendes Wasser; aufgrund ihrer ausgeprägten Klauen sind sie in der Lage sich auch bei stärkerer Strömung auf den Steinen zu kriechend fortzubewegen.
  • Im Saprobiensystem wurden die Gattung Elmis sp. als Indikator für ein organisch gering belastetes Gewässer (Güteklasse I-II) eingestuft. Dennoch findet man die Tiere auch in sehr stark verschmutzten Gewässern, so dass die Vermutung nahe liegt, dass nicht die Verschmutzung, sondern die Strömung der limitierende Faktor für die Besiedlung ist.
  • Videos:
    Auf Video 2 (Sekunde 5 bis 13) sieht man eine Larve der Hakenkäfer. Auf Video 3 sieht man eine Luftblase am Käfer ---> "Physikalische Kieme"
Familie: Wassertreter - Haliplidae
Mit 2-3 mm meist kleine Arten die in Mitteleuropa nur durch 21 Arten vertreten sind. Bei uns findet man Wassertreter in kleineren stehenden oder schwach fließenden Gewässern und in der Uferregion von Seen. Sie ernähren sich von Algen, Kleinkrebsen und anderen kleinen Wirbellosen.

Der tropfenförmige Körper ist besitzt meist eine gelbe oder rotbraune Grundfärbung mit schwarzen Flecken, die Hinterhüften sind zu großen Platten verbreitert.

Haliplus sp.
(Wassertreter)

Video (0,38 MB)

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  • Von der Familie der Wassertreter gibt es mehr als 20 verschiedene Arten, die fast alle zu der Gattung Haliplus gehören
  • Haliplusarten ähneln kleinen "Kähnchen" und während ihrer Fortbewegung werden ihre Beine abwechselnd benutzt. Dieses ähnelt dem Laufen auf Land, und wird als "Wasser treten" bezeichnet.
  • Als Lebensraum bevorzugen die 2,2 bis 4,5 mm großen Käfer stehende und langsam fließende Gewässer.
  • Als Nahrung dient den Tieren hauptsächlich Algen; aber auch Kleinkrebse, kleine Wasserinsekten und Würmer vervollständigen das Nahrungsangebot.
  • Die Wassertreter sind gute Flieger, und so findet man sie auch häufig außerhalb des Gewässers. Da sie im Gegensatz zum Hakenkäfer das Gewässer verlassen, wurde diese Tiergattung nicht ins Saprobiensystem aufgenommen. Nur einzelne Arten dieser Gattung, bei den man einen genauen Bezug zur Gewässergüte nachweisen konnte, sind als Indikatoren für die Gewässerverschmutzung eingestuft.
Haliplus cf fluviatilis
(Wassertreter)

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  • Diese Art gehört mit 2,5 bis 3,2 mm zu den mittelgroßen Vertretern der Gattung Haliplus. Im Gegensatz zu anderen Wassertretern ist der Körper eher länglich oval oder als tropfenförmig zu bezeichnen.
  • Als Nahrung dient den Tieren hauptsächlich Algen; aber auch Kleinkrebse, kleine Wasserinsekten und Würmer vervollständigen das Nahrungsangebot.
  • Als Indikatororganismus steht dieser Käfer für ein mässig belastetes Gewässer (Güteklasse II).
Brychius elevatus
(Wassertreter)

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  • Diese Art der Wassertreter unterscheidet sich von den Anderen durch sein rechteckiges Halsschild und durch die verbreiterten, rippenartig aufgewölbten Flügeldecken.
  • Den 3,5 bis 4,3 mm großen Käfer findet man in langsam fließenden Gewässern, Bächen und kleinen Flüssen; besonders an flutenden Pflanzen.
  • Als Indikatororganismus steht dieser Käfer für ein mäßig belastetes Gewässer (Güteklasse II).
Familie: Schwimmkäfer - Dytiscidae

Alle Schwimmkäfer sind Raubtiere, die ihre aus kleineren Wassertieren aller Art bestehende Beute mit den Vorderbeinen packen und mit den Mundwerkzeugen zerkleinern. Die größeren Arten werden sogar Lurchen und Jungfischen gefährlich.

Der Name Dytiscidae leitet sich vom griechischen Wort "dytes" Taucher ab.

Die Familie der Schwimmkäfer unterteilt man noch in fünf weitere Unterfamilien:
  1. Hydroporinae
  2. Noterinae
  3. Laccophilinae
  4. Colembetinae
  5. Dytiscinae
Potamonectes sp.

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  • Die Käfergattung Potamonectes ist in Mitteleuropa mit 4 Arten vertreten.
  • Gekennzeichnet sind diese Käfer besonders durch ihre schwarze Längsbindenzeichnung auf gelbem bis gelbroten Grund.
  • Die ausgewachsenen Käfer erreichen eine Größe von 4 bis 5 mm.
Laccophilus sp.
(Grundschwimmer)

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  • Diese Käfergattung Laccophilus stellt die einzige Gattung der Unterfamilie Laccophilinae dar.
  • Die drei bei uns vorkommenden Arten zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Sammeltuch lebhaft auf ihrem Rücken herumspringen bzw. bewegen.
  • Diese Tiere können eine Größe von 3,5 bis 5mm erreichen.
Hyphydrus ovatus
(Kugelschwimmer oder "Kirschkern")

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  • Die breit gebaute Larve des Kugelschwimmers ist typisch schwarz-gelb gezeichnet. Vorne und hinten ist die Larve deutlich verschmälert. Die erwachsenen Tiere (Imagos) sind fast kugelig gebaut und besitzen eine dunkel- bis rostrote Färbung.
  • Als Nahrung dienen den Larven und Imagos vor allem Insektenlarven, Wasserasseln und Hüpferlinge.
  • Die Kugelschwimmer findet man in kleinen, stehenden Gewässern, sowie in ruhigen Bereichen der Fließgewässer.
  • Wie viele Schwimmkäfer trägt der Kugelschwimmer am Körperende eine Luftblase. Durch diesen Luftvorrat kann er im Winter selbst unter einer Eisdecke überdauern.
  • Bild:
    Auf dem Bild sieht man eine Larve des "Kirschkerns".
Hydroporus ferrugineus
(Art der Gattung Zwergschwimmer)

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  • Dieser Käfer der Gattung Hydroporus erreicht eine Größe von 3,5 bis 4 mm.
  • Man findet diese Art relativ selten und dann auch nur in Quellen und sehr kalten Bächen. Auch unterirdisch in Brunnen und Bergwerken hat man diesen Käfers schon entdeckt, so dass man teils vermutet, das ess sich hier um eine subterrane Art handelt.
  • Aufgrund seiner Lebensweise wurde diese Art als Indikator für die Güteklasse I (unbelastet bis gering belastet) eingestuft.
Familie: Sumpfkäfer - Scirtidae
Helodes sp.
(Sumpfkäfer)

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  • In unseren Gewässern fallen die asselförmigen Larven der Sumpfkäfer durch ihre langen Fühler auf. Der Kopf dieser Larven ist nur halb so breit wie die Brust.
  • Man findet die Sumpfkäferlarven vor allem in kleinen, schattigen Fließgewässern oder im Uferbereich von Teichen und Seen mit viel Wasserpflanzen. Dort leben die meisten Arten im flachen Wasser; besonders auf den Unterseiten von Falllaub, Holzstücken, Steinen oder im Pflanzengewirr kann man diese Tiere finde.
  • Die Larven benötigen sehr viel Nahrung, da sie sich von Detritus ernähren, in dem zwar viele Ballaststoffe, aber nur wenig wertvolle organische Bestandteil enthalten sind.
  • Im Saprobiensystem steht die Gattung Helodes als Indikator für die Güteklasse I-II (gering belastet).
  • Bild:
    Auf dem Bild sieht man Helodes-Larven sowohl in der Bauch- als auch in der Rückenansicht.

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