Wasserwirtschaftsamt
München

Bakterien - Bacteriophyta

Bakterien sind mikroskopisch kleine, einzellige Lebewesen, die neben den Pflanzen und Tieren eine besondere Gruppe bilden. Da sie sich normalerweise durch Zweiteilung (unter optimalen Bedingungen beträgt die Generationsdauer ca. 20 Minuten) vermehren, bezeichnete man sie früher auch als Spaltpilze (obwohl sie keine Pilze sind).

Es gibt ca. 6.000 bekannte Bakterienarten. Einteilung in große Gruppen entsprechend der mikroskopischen Erscheinung ihrer Einzelzellen in stäbchenförmige Bakterien (dazu z. B. die Bazillen), kugelförmige (Kokken), kommaförmige (Vibrionen), spiralförmige (Spirillen), außerdem spezielle Formen wie z. B. Spirochäten.

Bakterien gibt es überall in Luft, Erde und Wasser, in Menschen, Tieren und Pflanzen. Viele Bakterien können bei Nahrungsmangel, Trockenheit, Hitze oder Kälte widerstandsfähige Dauerformen (Sporen oder Kapseln) bilden und so lange Zeit (z. T. Jahre) ohne Nahrung überleben.

Die meisten Bakterien sind "Saprophyten", d.h. sie leben von toter organischer Substanz, die sie mit Hilfe von Enzymen zerlegen. Aufgrund dieser Eigenschaft besitzen die Bakterien eine wichtige Rolle bei der Gewässerselbstreinigung.

Findet man nun in einer Gewässerprobe sehr viele Bakterien, so lässt sich vermuten, dass das Gewässer stark organisch belastet bzw. verschmutzt ist.

Gruppe der Bakterien
Bakterien
Bakterien

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  • Bakterien sind einzellige Organismen, die sich von den anderen Lebewesen (gilt nicht für die Blaualgen) durch ein wichtiges Merkmal unterscheiden: Sie enthalten keinen echten Zellkern.
  • Die Bestimmung von Bakterien ist sehr schwierig, und kann anhand der Form nur sehr bedingt durchgeführt werden. Es gibt kugelige, stäbchenförmige oder zu Paketen verschmolzene Bakterien.
  • In diesem kurzen Video sehen Sie freischwimmende Bakterien (siehe Zeiger) aus einem Belebungsbecken einer Kläranlage.
  • Videos:
    Bakterien erkennt man unter dem Mikroskop als kleine dunkle lichtbrechende Punkte (siehe Zeiger im ersten und zweiten Video).
Spirillum sp.
(Spirillen)

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  • Bei den Spirillen handelt es sich um starre, stäbchenförmig gewundene Bakterien. Typisch für diese Gattung ist ihre deutlich erkennbare Bewegung: kreisend um die ± starre Längsachse (siehe Video).
  • Häufig findet man diese Organismen in Belebungsbekken von Kläranlagen und stark organisch verschmutzten Gewässern. Aufgrund der Vorliebe fürdiesen speziellen Lebensraum hat man die Spirillen als Indikator für die Güteklasse IV (übermäßig stark verschmutzt) eingestuft.
Spirochaeta sp.
(Spirochaeten)

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  • Ähnlich wie bei der Gattung Spirillum besitzen diese Organismen eine charakteristische Bewegung. Dabei dreht sich der spiralig gewundene Körper um die eigene Längsachse.
    Im Gegensatz zu den Spirillen haben die Spirochaeten keinen starren, sondern einen flexiblen Körper. Dieser wird bei der Fortbewegung in alle Richtungen gedreht (siehe Video).
  • Spirochaeten findet man oft in Belebungsbecken von Kläranlagen und stark organisch verdreckten Gewässern. Deshalb hat man diesen Organismus als Indikator für die Güteklasse III (stark verschmutzt) eingestuft.
Zoogloea sp.
(Bäumchenbakterien)

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  • Das "Bäumchenbakterium" besteht aus einer Vielzahl von stäbchenförmigen Einzelbakterien, die durch eine durchscheinende, gallertartige Schleimhülle zusammen gehalten werden.
  • Die Einzelbakterien haben eine Größe von ca.1 µm; das gesamte Bäumchenbakterium kann eine Größe von ca. 1,5 mm erreichen.
  • Das Bäumchenbakterium ist ein typischer Abwasserbewohner und kommt häufig in den Belebungsbecken von Kläranlagen vor.
  • Aufgrund der schwierigen Artbestimmung wurde das Bäumchenbakterium nicht in das Saprobiensystem aufgenommen.
Sphaerotilus sp.
("Abwasserpilz")

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  • Beim sogenannten "Abwasserpilz" handelt es sich um ein fadenförmiges Bakterium. Seinen Namen verdankt es seinem Aussehen in der Natur, wo es in sehr stark verschmutzten Gräben pilzartige Formen annehmen kann.
  • Besonders unterhalb von Abwassereinleitungen und in Belebungsbecken von Kläranlagen kann man dieses Bakterium finden.
  • Aufgrund dieser Vorliebe für diese speziellen Lebensräume ist es nicht verwunderlich, dass der Sphaerotilus in die Güteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt) eingestuft wurde.